Quell der Wahrheit, zeige dich!

Ich gebe zu, ich bin überfordert. Seit gefühlt 100 Jahren beschäftige ich mich mit Ernährung – und je mehr ich weiß, desto verwirrter werde ich.

Früher habe ich Ernährung (unbewusst) zu einer Glaubensfrage erklärt. So glaubte ich zum Beispiel, dass es egal ist, wie viele Kalorien man zu sich nimmt. Relevant sei nur, dass es gesunde Sachen sind. „Gesund“ bedeutete für mich damals „Low Carb“ bzw. „No Carb“. Völliger Quatsch, wie ich heute weiß. Oder zumindest zu glauben wisse.

Und manchmal erwische ich mich wieder dabei, wie ich wieder dazu tendiere, Ernährung sei irgendwie Glaubenssache. Einfach aufgrund des Nichtwissens.

Ich lebe weitgehend vegan. Der Grund dafür liegt in erster Linie in meiner Erkrankung. Ich esse allerdings nicht zu 100 % vegan. Auch das hat mit meiner Erkrankung zu tun. Viele Leute um mich rum fangen an, mich zu verunsichern. Fleisch wäre immer noch besser, als das vegane Ersatzzeug. Dann erzählen sie mir irgendwas von „Chemie„, schieben sich aber gleichzeitig die industriell gefertigten Sachen in Mund. Was ich tue, sei wider der Natur. Was sie tun nicht. Man isst ja seit jeher Fleisch. Schon die Oma wusste, wie wichtig das ist. Genauso wie Weizen.

Ich finde es manchmal anstrengend, meinen eigenen Weg zu verfolgen, denn von links und rechts kommen ständig andere „Glaubensbekenntnisse„. Und ich weiß doch auch nicht, was wirklich richtig ist… Die einen sagen auch, Soja wäre eine Giftpflanze und man sollte sie bei Schilddrüsenproblemen unbedingt meiden, die anderen sehen in ihr eine hervorragende Proteinquelle. Was ist denn nun richtig?! Das kann doch keine subjektive Meinung sein… Und es ist auch bestimmt keine. Aber wo finde ich ihn, den Quell der Wahrheit?

Ich kann mich noch nicht mal auf wissenschaftliche Fachzeitschriften verlassen. Denn am Ende muss ich ja doch jedesmal recherchieren und analyiseren, wer die Gelder für die Studien gegeben hat. Und wie die Verbindungen dahinter sind. Ob es ein Interesse an bestimmten Ergebnissen gibt… Und ob alles öffentlich zugänglich ist bzw. die Indizien ausreichen, um ein stichhaltiges Ergebnis zu erhalten, sei auch mal dahingestellt.

Ich sage euch, was ich gerade glaube. Ich glaube, dass die vegane Ernährung gesund ist. Und je unbehandelter die Lebensmittel sind, desto gesünder sind sie wahrscheinlich. Nahezu rohvegan, eine basenüberschüssige Ernährung – das ist für mich aktuell die gesunde Ernährung.

Ich weiß nicht, ob ich richtig liege. Ich weiß nur, dass das gerade meine Meinung ist.

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10 Gedanken zu “Quell der Wahrheit, zeige dich!

  1. Ich finde es auch soooo schwierig. Egal, in welche Richtung man guckt, immer gibt es jemanden mit Studien, warum genau das total verkehrt ist.
    Ich glaube mittlerweile aber auch, dass es keine Lösung gibt, die ausnahmslos für alle gibt. Dazu sind wir alle zu individuell.
    Aber über die Fleischersatzprodukte zu schimpfen und sich dann ein Schnitzel in den Toaster zu schieben, ist schon mehr als lächerlich.

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  2. Also ich finde ja…. Ich kann mir nicht vorstellen, dass…
    Scheißegal, was andere denken. Das schließt mich natürlich mit ein.
    Ich möchte dich dennoch
    bestärken:
    Du bist letztendlich für dich selbst verantwortlich. Der eigenen Intuition zu folgen ist, denke ich (😀), sehr gesund.
    Hör auf dein Bauchgefühl und deinen Körper.
    Sie sind letztendlich die, die die Wahrheit kennen und sie versuchen mitzuteilen.

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    • Wie viel Intuition gibt es tatsächlich vor dem Hintergrund des Marketings? Wenn mein Körper schreit, er will eine Schokopizza von Dr. Oetker, dann will er doch nicht wirklich eine Schokopizza von Dr. Oetker..
      Ich kann nicht auf mein Bauchgefühl und meinen Körper hören. Ich vertraue ihnen nämlich nicht, weil ich zu gut weiß, wie Manipulation funktioniert. Und dass ich davor genauso wenig gefeit bin wie andere. Daher suche ich die rationalen Lösungen.

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      • Ich stimme dir total zu. Mein Kommentar war ursprünglich viel länger. Ich versuche nochmal zu rekapitulieren: mir geht es wie dir. Ich bin auch frustriert über die vielen Varianten an Gesunder Ernährung. Ich bin der Meinung (irrelevant, deshalb habe ich es überhaupt gelöscht), dass die Wahrheit irgendwo gefunden wurde und dass sie durch Wirtschaft und Gesellschaft, die Jahrzehnte lang mit unterschiedlichsten „gesunden“ Vorstellungen und Praktiken (durch VOR allem Wirtschaft) indoktriniert wurde, einfach irgendwo dazwischen liegt.
        Ich bezweifle, dass der Quell der Wahrheit überhaupt so einfach aufzuzeigen ist, da alle mitreden wollen/können und Studien für unterschiedlichste Bedürfnisse zurecht gebastelt werden (Du zweifelst scheinbar auch, daher ja dein Beitrag).
        Was also tun?

        So lange man keine Gewissheit hat, weil es zu viele Widersprüche gibt, kann man nur auf sich selber bauen. Durch Erfahrung, Versuche und weiter recherchieren, mit Hilfe schon existenter Ergebnisse.
        Ich habe mich unklar ausgedrückt.
        Mit höre auf deinen Körper meine Ich, die Beobachtung NACH der Nahrungsaufnahme. Wie genau hast du sie vertragen? Fand dein Magen das gut? Warst du fit danach? Oder müde? Geht’s dir danach besser oder schlechter oder gar nichts gespürt? Pickel bekommen?
        Dieses Prinzip ist mühselig, aber es könnte eine Möglichkeit sein, sich der Wahrheit zu nähern, so lange du eben nichts handfestes hast.

        Du machst ja genau das. Du probierst z.b. aus, wie Veganismus dir bekommt. Du hast dich vorher informiert, Fakten gesammelt und schaust jetzt, ob du es bestätigen kannst. Darin wollte ich dich bestärken. Tut mir leid, dass das unbefriedigend ist.

        Sag mir Bescheid, wenn du die rationalen Lösungen gefunden hast. Ich bin höchst interessiert.

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  3. Zu Ernährung gibt es viele Meinungen.
    Zu sagen vegane Ersatzprodukte seien voller Chemie, selbst aber verarbeitete Fleischprodukte essen ist in meinen Augen zynisch. Genauso wie auf die Sojabohne zu schimpfen sie sei ja ach so giftig, dann aber indirekt das genmanipulierte Soja mit konsumieren nit dem die Tiere auf dem Teller gemästet wurden und damit keine Probleme haben.
    Bei Schilddrüsenproblemen sollte man wirklich auf Sojakonsum achten. Das stimmt. Vieles andere wiederum ist Nonsense.
    Es gibt viele einzelne Studien, die mal das belegen und dann dasselbe widerlegen. Daher halte ich mich da eher an Metaanalysen. Und sonst höre ich auf meinen gesunden Menschenverstand.

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    • Was macht dich so sicher, dass das bei Soja so ist, wie du es beschreibst? Und worauf gründet sich gesunder Menschenverstand? Andere würden dir sagen, vegan ist nicht gut – und begründen es mit gesundem Menschenverstand.

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      • Da die Studienlage in Bezug auf die Schädlichkeit von Soja nicht eindeutig ist.
        In Bezug auf den gesundheitlichen Aspekt zu veganer Ernährung gibt es hierzu etliche Positionspapiere z.B. der der AND, die belgen, dass eine vegane Ernährung den Nährstoffbedarf des Menschen vollkommen decken.

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        • Genau, viele Dinge sind von der Studienlage her nicht eindeutig – das ist ja die Problematik, die ich habe. Vielleicht ist Soja tatsächlich schädlich. Genauso wie Weizen. Und Mais. Die einen sagen so, die anderen so.
          Du gehst davon aus, dass die Leute mit dem gesundheitlichen Aspekt Richtung „Nährstoffe“ argumentieren. Tun sie aber gar nicht unbedingt. Vielleicht negieren sie nicht mal, dass man über die vegane Ernährung die Nährstoffe erhält, sondern erzählen irgendwas von Evolution, Entwicklung etc. „Gesunder Menschenverstand“ ist immer nur subjektiv, auf unseren persönlichen Erfahrungen gründend. Deswegen finde ich ihn nicht wirklich hilfreich dabei, den richtigen Ernährungsweg zu finden. Wenn es ihn überhaupt gibt.

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      • Kurzer Anhang:
        Viele Studien, welche untermauetn sollen Sojakondum verursache Demenz oder Herzerkrankungen etc. weisen oft selbst darauf hin, dass die Studienlage diesbezüglich nicjt als eindeutig erwiesen gilt. Von daher distanziere ich mich von diesem Negativhype. Und orientiere mich persönlich an moderatem Konsum.

        Wenn och mich selbst frage welche Lebensmittel sind gesund? Dann ist das erste das mir einfällt Obst und Gemüse. Und nicht Tierprodukte.
        Ich denke moderater Konsum ist nichr schädlich. Doch wenn ich mir ansehe was man als durchschnittsdeutsche Ernährung betrachtet, so bleibt da oft das Grünzeug auf der Strecke.

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  4. Ich denke ein jeder hat was gesunden Menschenverstand angeht ungefähr vom Prinzip her dasselbe Verständnis. So wie wir slle in frundlegenden Belangen wohl dieselben Moralvorstellungen haben.
    So würden die meisten wohl Obst und Gemüse als gesund bezeichnen und Tierquälerei als mpralisch falsch bewerten. Im Kern gesprochen.
    Alles weitere ist denke ich durchaus subjektiv. Ob man sagt Gluten oder Soja ist schlecht usw.

    Ich persönlich halte nichts von dem Negativhype um Soja und Gluten. Soja ist für mich dann bedenklich wenn man Schilddrüsen erkrankt ist oder eine Lebensmittelintoleranz hat. Dasselbe gilt für Gluten.
    Aber wie gesagt das ist meine persönliche Sicht.

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