Fettlogikalarm

Ich zwang mich täglich zum Frühstück, und aß morgens wie ein Kaiser, mittags wie ein König, abends wie ein Bettler. Das war insofern praktisch, da man ab 18 Uhr ja sowieso keine Kohlenyhdrate mehr essen sollte.

Anfangs versuchte ich noch, fünf Stunden zwischen den Mahlzeiten zu lassen, aber irgendwann fand ich das Konzept mit den fünf Portionen Obst am Tag viel sinniger. Ich mochte zwar kein Obst, aber wer schön sein will, muss leiden – und außerdem muss man essen, um abzunehmen, sonst ruiniert man sich leider den Stoffwechsel.

Ich trank vor jeder Mahlzeit ein großes Glas Wasser und zwei Schlucke Apfelessig. Außerdem mied ich Light-Produkte, denn die machen bekanntermaßen viel Heißhunger, und verbannte alle Süßigkeiten aus dem Schrank – sicher ist sicher. Was gut schmeckt, sollte man sowieso direkt ausspucken.

Ich machte es, wie es in den Büchern stand, aber es funktionierte einfach nicht. Stattdessen nahm ich immer weiter zu. Am Ende hatte ich mich kaputtdiätet – das bestätigten alle, von der besten Freundin bis zum Arzt.


Der Text entstand im Rahmen des Schreibprojekts 9+1 und hatte den vorgegebenen Satz „Ich machte es, wie es in den Büchern stand, aber es funktionierte einfach nicht.“

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3 Gedanken zu “Fettlogikalarm

  1. Pingback: Schreibprojekt 9+1 (KW 18) – Blaubeermuffins machen glücklich

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