Richtungswechsel

Ganz nüchtern betrachtet, so sehen die Fakten gerade aus:

  • Ich habe zugenommen.
  • Mein allgemeines Wohlbefinden ist nicht gut.
  • Ich habe depressive Anwandlungen, auf nichts mehr Lust und bin völlig erschöpft und müde.
  • Meine Haut rebelliert. Die Schleimhäute bluten, und auch sonst ist sie umso trockener, je kälter es ist. Die Neurodermitis nimmt zu, mein Gesicht ist leicht aufgedunsen und die Haut uneben.
  • Meine Fingernägel sind extrem brüchig.
  • Ich habe rheumatische Schmerzen.
  • Ich mache kaum noch Sport.
  • Ich esse schlecht.

Man kann lange darüber diskutieren, was nun Ursache und was Wirkung ist. Sicher ist jedenfalls, dass es so nicht weitergeht. Nicht weitergehen kann. Deshalb habe ich meine Ernährung wieder umgestellt: vegan und glutenfrei. Beim Gluten sind einzelne Ausnahmen gestattet, beim Veganen nicht.

Ich nehme nun außerdem jeden Tag die doppelte Dosis A-Z-Vitaminkomplex, ein Vielfaches der Tageszufuhr von Vitamin D und zusätzlich Calcium.

Und Ingwer werde ich wohl auch mal ausprobieren. Soll ja das reinste Wundermittel sein..

Mal schauen, wo das in den nächsten Wochen hinführt.

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Dicke Menschen können sich nicht wohlfühlen

Früher, als Olli Geissen, Arabella Kiesbauer und Andreas Türck noch die Nachmittagsprogramme der Privatsender füllten, fieberte ich immer genau jenen Sendungen entgegen, die sich mit der Leibesfülle von Menschen beschäftigten.

Fatshaming war da an der Tagesordnung. Der Aufschrei blieb aber aus. Oder ich erinnere mich nicht an ihn. Aber die Medienlandschaft sah damals auch noch anders aus.

Ich war zu dieser Zeit noch sehr jung, kam gerade erst in die Pubertät. Mich interessierte eine Debatte über das, was an Fatshaming okay ist (natürlich gar nichts) und was nicht, ohnehin herzlich wenig. Ich amüsierte mich vielmehr über diese verrückten Gestalten, über mutige Inszenierungen und niveaulose, aber doch amüsierende Wortgefechte. (Wenn wir damals geahnt hätten, wie niveaulos das Nachmittagsprogramm tatsächlich noch werden würde….)

In jeder Talkrunde gab es immer diesen einen Standardgast (bzw. oftmals -gästin), der vehement die Meinung vertrat, Dicke können sich nicht wohlfühlen. Kein Mensch mit Übergewicht könne ihm erzählen, er würde sich in seiner Haut wohlfühlen. Oder gar schön finden. In Wirklichkeit wollen alle schlank sein. Und schlank ist ja auch gleich schön, so meist der Tenor.

Als ehemalige Wuchtbrumme kann ich bestätigen, dass ich mich in meiner Haut heute wohler fühle. Und ich finde mich auch attraktiver als damals. Ich hätte alles darum gegeben, schlank zu sein. Denn schlank war gleich schön. Und das war gleich sorgenlos. Und das gleich erfolgreich. Und beliebt. Und überhaupt.

Wenn ich von mir ausgehe, dann würde ich auch die Meinung vertreten, dass sich Menschen mit Übergewicht nicht wohlfühlen können. Aber das ist nur meine Biografie. Mein Charakter. Meine Persönlichkeit. Mein Fühlen. Meine Gedanken. Mein Weg.

Und zum Glück sind andere Menschen anders als ich. Deshalb glaube ich, dass es durchaus Menschen gibt, die sich mit ihren zusätzlichen Kilos wohlfühlen. Die sich attraktiv finden und ein schönes Leben haben. Vielleicht nicht mal trotz der Leibesfülle, sondern wegen ihr.

Und ich glaube auch, dass diese Menschen in der Lage sind, über jene, die behaupten, Dicke könnten sich nicht wohlfühlen, zu schmunzeln. Denn diese Menschen wissen wahrscheinlich, dass derjenige mit seinem unqualifizierten Kommentar gerade nichts über sie, sondern über sich selbst sagt.

Und so ist das oft. Vor allem beim Fatshaming.

 

Warum nicht deine Motivation, sondern deine Wohnung das Problem ist

Jede Wette, das wusstet ihr noch nicht: Die Menschen, die regelmäßig joggen, sind genauso motiviert bzw. unmotiviert wie jene, die sich dazu kaum durchringen können.

Wir haben also alle denselben Schweinhund.

Aber: Er lebt anders.

Der Schlüssel zu einem sportlicheren Leben ist laut Wissenschaftlerin Wendy Wood nicht die Willensstärke, sondern die Organisation. Bei Menschen, die regelmäßig joggen, stehen zum Beispiel die Sportschuhe neben der Haustür. Oder sie haben bestimmte Routinen etabliert.

Statt sich – wie es viele oftmals tun – auf das Herumdoktern der Ziele zu versteifen, sollte auch ein starker Fokus auf die Umgebungsgestaltung gelegt werden. Wie man sich organisiert, Routinen schafft und das Erreichen seiner Ziele erleichtert. Als willensstark wahrgenommene Menschen sind besonders gut darin, sich eine günstige Umgebung zu schaffen.

Das Einführen neuer Gewonheiten ist besonders leicht, wenn man einen größeren Bruch im Leben hat, zum Beispiel in eine neue Wohnung zieht. Hier kann der Neuanfangsschwung gut genutzt werden. Denselben Schwung kann man übrigens auch zum Jahreswechsel mitnehmen. Aber es geht natürlich auch ohne. Alles eine Frage der Organisation, wie wir jetzt wissen.

Nachdem du deine Ziele geklärt hast, steht also im Vordergrund, wie du ihr Erreichen bestmöglich unterstützt. Und da gibt es eine Menge Möglichkeiten. Wichtig ist allerdings, dass sie zu dir und deinem Leben passen:

  • Verabredungen zum Sport (mit verlässlichem Sportpartner)
  • Sportbuddy suchen, mit dem man sich regelmäßig austauscht und neue Vereinbarungen trifft (z. B. dass man bis zum nächsten Gespräch zweimal schwimmen war) – geht übrigens auch rein virtuell
  • Feste Sportzeiten (z. B. Montagabend Krafttraining, Mittwochabend Joggen, Freitagabend Schwimmen) – am besten in den Kalender eintragen!
  • Sportsachen im Blickfeld platzieren
  • Sportsachen ständig vorbereitet und griffbereit haben (z. B. im Auto, sodass man auch spontan zum Sport gehen kann)
  • MP3-Player/iPod/Handy mit der Lieblingsmusik bestücken
  • einem örtlichen Turnverein mit ansprechenden Kursen beitreten – wichtig: gute geografische Lage
  • das richtige Equipment (gute Wanderschuhe, Kleidung für jedes Wetter, Sporthandschuhe beim Gerätetraining etc.)
  • immer einen Notfallsnack parat haben, damit „Hunger“ nicht zur Ausrede werden kann (z. B. Proteinriegel, Nussmischung etc.)

Dasselbe Prinzip funktioniert übrigens auch bei der Änderung von Essgewohnheiten. Denn vor allem die Organisation entscheidet am Ende über den Erfolg.

Also, worauf wartest du? Los geht’s!

Auf in ein fittes, gesundes 2018!

 

Der Plan scheitert bereits oft am Ziel – wie du dir richtig Ziele setzt

Wer kennt das nicht: Man will abnehmen, weniger Süßigkeiten essen oder mehr Sport treiben. Aber irgendwie klappt es nicht. Jedesmal scheiterst du.

Warum?

Vielleicht, weil du deine Ziele falsch setzt.

Der Mensch braucht Ziele, das wissen wir. Aber häufig scheitert es schon an ihrer Formulierung.

„Ich möchte abnehmen“ ist beispielsweise kein besonders erfolgsversprechendes Ziel. Es ist schwammig, viel zu unkonkret. Und damit rückt das Erreichen oftmals in weite Ferne. Ganz im Gegensatz zu Frust und Resignation. Die kommen dann ganz schnell.

Hier kann eine kleine Formel Abhilfe schaffen: die SMART-Methode.

Ein SMARTes Ziel ist

S – spezifisch

M – messbar

A – angemessen/attraktiv/akzeptiert/aktiv

R – realistisch

T – terminiert.

Spezifisch heißt, dein Ziel ist nicht allgemein. „Ich möchte abnehmen“, „ich möchte weniger Süßigkeiten essen“ oder „ich möchte mehr Sport treiben“ sind keine spezifischen Ziele. „Ich möchte 5 Kilo abnehmen“, „ich möchte nur noch eine Tüte Gummibärchen in der Woche essen“ und „ich möchte dreimal in der Woche Sport treiben“ dagegen schon.

Durch die spezifischere Formulierung kommt auch direkt die Messbarkeit ins Spiel. Ob du das Ziel erreicht hast oder nicht, lässt sich leicht feststellen, denn durch die Zahlen (5 Kilo, eine Tüte Gummibärchen, dreimal in der Woche Sport) wird die Messbarkeit möglich. Aber auch andere Formen der Messbarkeit sind möglich, wie du an meinem aktuellen Ziel sehen kannst.

Wichtig ist außerdem, dass das Ziel motivierend wirkt und dessen Erreichung attraktiv und aus eigenen Stücken möglich ist. Dies ist eng mit dem R verbunden: Ein realistisches Ziel wird auch akzeptiert. Es darf ambitioniert und anspruchsvoll sein, aber nicht abgehoben.

Zuletzt ist hilfreich, sich einen zeitlichen Rahmen zu stecken. Das unterstützt die Messbarkeit und ständige Präsenz des eigenen Ziels.

Ein SMARTes Ziel kann also folgendermaßen aussehen:

„Ich werde bis zum Ende des Jahres 5 Kilo abnehmen.“

Oder: „Ich werde bis zu meinem Geburtstag dreimal pro Woche Krafttraining machen.“

Du hast es vielleicht gemerkt: Ich habe die Ziele ein wenig umformuliert. Aus „ich möchte“ wurde „ich werde„. Auch ein kleiner Trick, dessen Wirkung du dich bedienen könnt. Denn du formulierst nicht nur Absichten, sondern vielmehr verbindliche Handlungen – und das automatisch ziemlich aktiv.

Mein letztes und aktuelles Ziel lautet übrigens:

Ich werde bei der Hochzeit von R&C in mein hellblaues Kleid passen, und zwar so, dass es nicht spannt.“

Es ist spezifisch, da es konkret ist. Es ist für mich messbar (über diese Form der Messbarkeit lässt sich allerdings streiten) und die Erreichung des Ziels genauso attraktiv wie realistisch, denn als ich das Kleid zum letzten Mal trug, saß es bereits gut – aber eben noch nicht perfekt. Mit der Deadline bis zur Hochzeit in zwei Wochen ist das Ziel auch terminiert.

Und wie lautet euer (nächstes) Ziel?

Vegane Schokoteilchen

Vegetarisch, vegan, sojafrei, laktosefrei

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Vegane Schokoteilchen

Vergessen wir die Kalorien und konzentrieren uns auf den Geschmack, okay? ;-)

Zutaten:

  • 1 Packung fertiger Blätterteig (Blätterteig ist meist vegan, ggf. ist das auch entsprechend gekennzeichnet)
  • Nuss-Nougat-Creme (ich habe diese genommen – ein sehr guter Nutellaersatz; Original-Nutella geht aber natürlich auch)

Zubereitung:

  1. Den Blätterteig ausrollen und überall mit Nuss-Nougat-Creme bestreichen (dünn oder dick – je nachdem, wie schokoladig man es haben möchte).
  2. Den Blätterteig an der langen Seite einrollen.
  3. Die fertige Rolle in mehrere Stückchen schneiden. (Ich hatte 11 Stück.)
  4. Bei 200 Grad Umluft je nach gewünschtem Bräunungsgrad 15-20 Minuten in den Ofen schieben.

Tipp: Ab der 15. Minute solltet ihr euch sicherheitshalber in der Küche aufhalten, die Stückchen können gefühlt von einer auf die andere Sekunde sehr dunkel werden.

(Gerundete) Nährwerte:

  • Kohlenhydrate: ? g
  • Fett: ? g
  • Eiweiß: ? g
  • Kalorien gesamt: ca. 1500 (Ich habe mit 150 Kalorien pro Stück gerechnet.)

In 3 Wochen zur Hochzeitsfigur

Nach dem Ziel ist vor dem Ziel, nicht wahr?

Einen Tag vor meinem Flug nach Abu Dhabi hatte ich noch einen Artikel online gestellt und über mein Resultat des 5-Wochen-SOS-Bikiniplans geschrieben. Der Artikel ist nicht mehr sichtbar, daher in Kurzform: Während die letzte Woche vor dem Urlaub in Sachen Disziplin nur ein „noch ausreichend“ bekommt, hatte ich durch meine Vorarbeit am Ende trotzdem ein zufriedenstellendes Ergebnis.

Im Urlaub selbst war dann zu 100 % Urlaub angesagt. Und da wir Halbpension gebucht und ein 4-Sterne-Hotel mit wirklich üppigem Buffet hatten, gab ich mich voll Wonne der Völlerei hin. Neben dem obligatorischen Küchenmagneten, den ich auf jeder Reise kaufe, hatte ich als Souvenir sicher auch ein Kilo mehr im Gepäck. Seit drei Tagen bin ich aber wieder mit Feuereifer bei der Sache: Sport und vegane Ernährung mit ordentlichem Defizit. Denn nach dem Ziel ist bekanntlich vor dem Ziel.

Und das nächste Ziel ist, auf der Hochzeit in drei Wochen eine gute Figur zu machen. Nein, nicht auf meiner Hochzeit (da ist auch in naher Zukunft nichts geplant – falls es euch jetzt in den Fingern juckte ;-)). Aber das ist wurscht, der Mensch braucht Ziele. Und ich finde, sich in seinem ausgesuchten Kleid pudelwohl zu fühlen, weil es perfekt sitzt und damit eine Ausstrahlung zu haben, die natürlich nicht die der Braut übertrifft, aber doch volle Zufriedenheit zeigt, ist gar kein schlechtes Ziel. Außerdem lohnt es sich dann irgendwie viel mehr, beim Buffet so richtig zuzuschlagen. Erst recht, da es Stockbrot gibt. Und natürlich Kuchen. Viel davon. Super Sache!

Der konkrete Sportplan sieht 2-4 Mal in der Woche Krafttraining vor. An den Tagen wird ca. 45 Minuten moderate Ausdauer eingebaut. An den anderen folgt intensives Ausdauertraining. Geplant sind 1-2 Erholungstage in der Woche.

Meine Ernährung bis zur Hochzeit ist zu 90 % vegan. Die Proteinzufuhr liegt bei mindestens 1 g pro Kilo Körpergewicht. (Wenn man jetzt wüsste, was man wiegt… ;-))

Kalorienaufnahme und -verbrauch schätze ich. Da ich das ziemlich konservativ tue, fahre ich damit ganz gut.

Also, let’s go!

 

Wie ein Vollblutveganer: Mein einseitig ist besser als deins

Wenn dir vegan gut tut, dann mach das. Solange du auf die Zufuhr der nötigen Vitamine achtest und ggf. zusätzlich welche einnimmst, ist doch alles gut.

Diese Sätze stammen aus einer Mail, die mir meine Mutter vor wenigen Tagen schrieb.

Wieso glauben eigentlich so viele Menschen, die vegane Ernährung würde ein hohes Risiko für eine Mangelernährung darstellen?

Ich glaube eher, dass genau das Gegenteil der Fall ist. Von mir ausgehend kann ich jedenfalls sicher sagen, dass ich mich nie so vitamin- und nährstoffreich ernährt habe wie bei der veganen Ernährung. Denn gerade hier greife ich oft zu Obst und Gemüse.

Als ich vergangenes Jahr drei Monate nahezu rohvegan gelebt habe, ging es mir mental so gut wie nie. Ich war fit, hatte Power, fühlte mich wach, frisch, ausgeglichen. Und ich glaube, ich war nie so gut mit Vitaminen und Nährstoffen versorgt wie in dieser Zeit.

Früher habe ich viel einseitiger gegessen. Und wenn ich mir mein Umfeld anschaue, dann tun das eigentlich alle. Jeder hat seinen eigenen einseitigen Stil, aber unterm Strich bleibt er eben einseitig. Immer dasselbe Frühstück, dasselbe Abendbrot, ein ähnliches Mitagessen. Ausgewogene Ernährung? Wo denn?!

Mal ehrlich, wer ernährt sich wirklich ausgewogen? Selbst mit der veganen Ernährungsweise esse ich oft einseitig. Morgens fast immer Obstsalat, abends fast immer Obstsalat, zwischendurch häufig einen Apfel, eine Banane, Pflaumen, Trauben, Nektarinen, Aprikosen – jedenfalls irgendwas an Obst -, und mittags ist grundsätzlich mein persönlicher Katastrophenfall. Aber was auch immer ich hier esse, besonders abwechslungsreich und kreativ ist es in der Regel nicht.

Ich würde trotzdem behaupten, dass meine heutige einseitige Ernährung immer noch gesünder ist als die einseitige Ernährung vieler anderer Menschen. Denn Toastbrot mit Butter und Nutella ist genauso vitamin- und nährstoffarm wie Nudeln mit Tomatensauce oder eine Schüssel Cornflakes mit Milch. Da holt auch die Salatbeilage nicht mehr viel raus.

Insofern bin ich eher nicht die, die eventuell zusätzliche Vitamine einnehmen sollte. Abgesehen von B12. Aber da kommt Irrglaube, dass die vegane Ernährung schnell zur Mangelernährung führt, wahrscheinlich auch her.

Ich werde meine Mutter entsprechend informieren und selbstverständlich auch ungefragt ausführlichst missionieren. Das wird doch jetzt auch irgendwie von mir erwartet, oder?